Bild zeigt, wie Red darüber nachdenkt, wie guter Inhalt zur Verbesserung der User Experience verwendet werden kann.

Guter Inhalt für eine gute User Experience

26.04.13

Am 19. März traf sich der UX Book Club Switzerland, um einen weiteren Aspekt des Themas User Experience zu besprechen: Inhalt. Wie lässt sich Inhalt für eine gute User Experience verbessern? Es bieten sich verschiedenste Ansatzpunkte.

Der Ursprung guten Inhalts

Aussagekräftiges Ausgangsmaterial ist der Schlüssel zu gutem, wiederverwendbarem Inhalt. Um dies zu erreichen ist es wichtig, dass der Kunde von Anfang an aufgeklärt und miteinbezogen wird. Stellen Sie den Projektbeteiligten das Konzept des Content Modelings vor und zeigen Sie, wieso es wichtig ist, Inhalt zu verfassen, der im Einklang steht mit dem Gesamtauftritt des Unternehmens. Im Inhalt soll die Identität und Philosophie des Unternehmens durchschimmern, nicht der persönliche Stil des Autors. Zwingen Sie niemandem Ihre Ideen auf, sondern stellen Sie Fragen und versuchen Sie, den Kunden zu involvieren.

Um sicherzustellen, dass der Stil der Website nicht zu sehr variiert, sollte zu Beginn des Projektes eine Kommunikationsstrategie definiert werden. Der reale Autor ist nicht mit der Person gleichzusetzen, die vom Leser als Autor wahrgenommen wird: Schaffen Sie Autor-Personae, die als Repräsentanten des Unternehmens fungieren. Konstruieren Sie Stimmen für diese Figuren und versuchen Sie, sich dadurch von Ihrer Konkurrenz hervorzuheben.

Gute Autoren gleich guter Inhalt

In einer Zeit, in der sogar Maschinen konkurrierenden Inhalt generieren können, sehen wir uns mit einer regelrechten Inhaltsflut konfrontiert. Mangel an Inhalt ist also kein Thema. Aber wenn es um Inhalt geht, ist Qualität wichtiger als Quantität: Gesucht ist guter, um nicht zu sagen überdurchschnittlich guter Inhalt.

Um guten Inhalt zu produzieren werden gute Verfasser benötigt. Damit der gesamte Inhalt einer Website durch einen roten Faden verbunden ist, müssen kompetente Autoren am Werk sein. Sind mehrere Personen beteiligt, so ist es gegebenenfalls nützlich, einen Chefredaktor zu ernennen, der für den gesamten Inhalt verantwortlich ist.

Die richtige Präsentation

Allerdings ist das Schreiben guter Texte nicht alles, was beachtet werden muss. Der gesamte Inhalt sollte stets auch auf das Zielpublikum zugeschnitten sein. So mag es manchmal besser sein, ein Bild zu verwenden oder einen kurzen Post auf Facebook zu verfassen, der Aufmerksamkeit erregen und eine Diskussion initiieren kann.

Zudem ist es wichtig, dass der Inhalt stets aktuell ist. Schaffen Sie routinierte Updates der Artikel im CMS und integrieren Sie Statistik-Daten, um Inhalt mit geringer Qualität zu entdecken und für die Autoren/ Redaktoren zu kennzeichnen. Führen Sie Arbeitsabläufe wie Inhalts-Überprüfungen ein, um die Wartung des Inhalts zu optimieren. Und vergessen Sie nicht, dass Inhalt bestmöglichst von seiner Präsentation losgekoppelt sein sollte.

Arbeiten mit Rohmaterial: Adaptive Content

Wenn es um die Darstellung des Inhalts geht, spielt das Engerät, auf dem der Inhalt angezeigt wird, eine unbestrittene Hauptrolle. Während es kein Problem ist, einen langen Text auf einem Desktop-Bildschirm zu lesen, wird dasselbe auf einem Smartphone womöglich ein unbefriedigendes Erlebnis sein. Bedeutet dies nun, das wir für verschiedene Geräte unterschiedlichen Inhalt generieren müssen? Adaptive Content ist ein Ansatz, der dieses Problem zu beseitigen sucht. Die Idee ist einfach: Inhalt wird so produziert, dass er für jegliche Geräte und Plattformen wiederverwendet werden kann. Dies impliziert, dass der Inhalt nicht für einen bestimmten Verwendungszweck modelliert wird, sondern von Gebrauch und Präsentationsform separiert wird. Um dies zu erreichen muss der Inhalt geordnet und strukturiert zusammengestellt werden, so dass je nach Endgerät einzelne Inhalts-Teile zusammengestellt werden können.

Ein übergreifendes Gesamtkonzept

Um guten, mehrfach verwendbaren Inhalt zu erstellen ist es wichtig, sich stets an das Ziel des Projektes zu erinnern. Betrachten Sie die Idee, die Marke, die Geschichte, die Sie vermitteln wollen. Betrachten Sie das Projekt mit all seinen Aspekten als Ganzes, ohne Bereiche in Inhalt- und Design-/ Strukturaufgaben zu trennen. Planen Sie Ihren Inhalt mit einem Styleguide, der beispielsweise definiert, wie Texte geschrieben werden sollen.

In einem weiteren Schritt könnte darüber nachgedacht werden, ob es möglich ist, den gleichen Inhalt in verschiedenen Schreibstilen anzubieten. Während gewisse Leser einen humorvollen Stil mögen, bevorzugen andere einen nüchternen Ton. Schlussendlich ist nicht nur der zu Grunde liegenden Inhalt wichtig, sondern auch um die gesamte Präsentation desselben: Es geht um die gesamte User Experience.