A portrait of Nothing's Alex gesturing with his hands during the interview.

Einblick in Peerdom: Entwicklung einer Geschäftsstrategie

12.05.21

Als Venture Lab hat Nothing das Ziel, Unternehmen zu helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und sie gleichzeitig menschlicher zu machen. Unser bisher erfolgreichstes Produkt ist Peerdom, eine Software zur Visualisierung von Organisationsstrukturen.

Heute haben wir mit Alex gesprochen, der bei der Konzeption und Markteinführung von Peerdom an vorderster Front dabei war.

Was ist die Hintergrundgeschichte und wie ist Nothing auf Peerdom gekommen?

«Alles begann mit Nothings Wandel zu einer Peer-to-Peer-Organisation. Die Organisation von Nothing war immer sehr lean. Obwohl Nothing kein Start-up war, fühlte es sich so an. Ich habe also eigentlich nie unter der typischen Top-Down-Hierarchie gelitten. Es war unser ehemaliger CEO, Bastiaan, der Nothing dezentralisieren und sich auf andere Aufgaben konzentrieren wollte. Dafür brauchten wir Klarheit darüber, wer was macht, welche Prioritäten die Leute haben… Wir hatten viel mehr Freiheiten, aber es war nicht klar, wer welche Aufgaben hat.

Die existierenden Tools zur Abbildung von Rollen und Verantwortlichkeiten waren alle sehr stark an Holacracy gebunden, was nicht mit unserer eigenen, vereinfachten Version der Organisation kompatibel war. Da wir selbst digitale Produkte erstellen, lag die Lösung auf der Hand: Die ersten Entwürfe, ein Prototyp und kurz darauf war eine erste Version von Peerdom intern im Einsatz. Es war nicht für andere Unternehmen oder Organisationen gedacht. Doch Kund*innen von Nothing sahen das Tool und wurden neugierig. Das war der Moment, in dem wir erkannten: Peerdom stellt ein echtes Marktbedürfnis dar. Also haben wir es für den Markt vorbereitet.»

Welchen Organisationen hilft Peerdom?

«Anfangs dachte ich, Peerdom würde Probleme für kleine und mittlere Unternehmen lösen, aber je weiter wir vorankamen, desto mehr wurde uns klar, dass auch Grossunternehmen davon profitieren. Es gibt eine Schwelle bei 10 Mitarbeitenden: Bei mehr wird es schwer, den Überblick zu behalten, wer was macht und wer für was verantwortlich ist.

Die ersten, die auf uns zukamen, waren NGOs und IT-Unternehmen. Letztere, weil sie gerne alles digital und transparent haben. NGOs, weil sie mit der Verwaltungsarbeit viele finanzielle Verluste haben und unter diesen Kosten leiden. Also wollen sie schlanker werden und Peerdom ermöglicht es, den administrativen Aufwand zu minimieren. Seitdem sind fast alle Arten von Unternehmen auf uns zugekommen, für welche Peerdom sich bewährt hat: kleine NGOs, Start-ups und sogar Grossunternehmen.»

Gibt es etwas Interessantes, das du über die Konzeption von Peerdom sagen kannst?

«Wir haben vieles durch «Trial and Error» gelernt. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Es ist extrem schlank. Es gibt keine Pre-Release-Tests, die Nutzer*innen melden sich einfach bei uns zurück. Das ist etwas, das ich an der Arbeitsweise von Nothing sehr schätze. Ich habe das Gefühl, dass daran sonst viele Unternehmen scheitern. Aber wir bringen einfach etwas Kleines heraus und verbessern es dann.

Was hat das für Peerdom bedeutet? Wir hatten keine Brand. Wir haben einfach mit einer Idee angefangen. Wir hatten Unternehmen, die Peerdom direkt benutzten und dann bewiesen haben, dass das Konzept funktioniert. Wenn man etwas hat, das nur aus Branding besteht aber keinen Wert hat, wird es sich nicht verkaufen.»

Welche Art von Entscheidungsfindung und Wissensmanagement habt ihr genutzt, um Peerdom voranzubringen?

«Wir kombinieren Technologie, Business und Design, um über die nächsten Schritte des Produkts zu entscheiden. Dieses Modell verwenden wir auch für externe Produkte, da es die Entscheidungsfindung sehr schlank macht. Ein Beispiel wäre, ein Produkt mit nichts als einem Prototyp auf den Markt zu bringen. So können wir herausfinden, ob sich die Idee verkauft, bevor Stunden damit verbracht wurden, das Ganze ohne echtes Feedback zu iterieren. Die Entscheidungen liegen also bei den Personen, die das Produkt benutzen. Auf dieser Basis iterieren wir in unserem Venture-Lab, optimieren das Produkt und dann geht’s zurück zu den Nutzer*innen. Es ist wirklich eine «Trial and Error»-Kultur.»

Was sind eure Ziele für die Zukunft?

«Die Welt der Unternehmensorganisation auf den Kopf zu stellen und zu versuchen, vom Industriezeitalter zu menschlicheren und organischeren Arbeitsweisen zu wechseln. Mit Peerdom besteht die Mission also wirklich darin, Organisationen dabei zu helfen, zu einer natürlicheren Arbeitsweise überzugehen.»

Peerdom hat an Momentum gewonnen und ist zu einem eigenständigen Unternehmen herangewachsen. Möchtest du wissen, welche anderen Produkte derzeit in unserem Venture Lab entstehen, oder witterst du eine Chance und brauchst Hilfe, um sie auf den Markt zu bringen? Nimm direkt Kontakt mit Alex alex@nothing.ch auf.