Anja Wyden Guelpa, State Chancellor in Geneva, about transparency in evoting

Daten und Macht – die Opendata.ch/2016

24.06.16

Daten sind stets mit Macht verbunden. Die diesjährige Opendata.ch zeigte, was diese Verknüpfung bedeuten kann.

Die Macht der Daten an der Opendata.ch

Daten haben Macht. Sie können befähigen. Sie können entmachten. Sie können materiellen Wert schaffen. Opendata.ch/2016 ist die wichtigste Konferenz zum Thema Open Data in der Schweiz. Dieses Jahr fand sie in Lausanne statt, und zeichnete sich unter anderem durch ein wiederkehrendes Thema aus, das Marcel Salathé, Associate Professor an der EPFL, in seinem Eröffnungsbeitrag in Worte fasste: „Data is power.“ Daten sind Macht.

Dies ist einer der Hauptgründe, wieso Daten offen sein sollten. Offene Daten bedeutet eine freie, gleichberechtigte Machtverteilung. Geschlossene Daten hingegen, die sich in den Händen weniger befinden, führen zum Gegenteil: Die Macht liegt in Händen weniger.

Open Data als Einstellung

Daten zu öffnen ist insbesondere eine Frage der Einstellung und Kultur. Es geht also nicht nur um die Daten selbst, sondern um unsere Einstellungen dazu, wie Entscheidungen getroffen werden oder wie unsere Gesellschaft funktionieren soll. Offenheit ist somit kein Endziel, sondern ein Mittel zum Zweck, wie Simon Chignard, Data Editor bei Etalab, in seiner Präsentation zeigte.

Simon Chignards Aussage, „Offenheit sei eine kulturelle Schlacht“ („L’ouverture est une bataille culturelle“), zeigt, das Open Data kein einfaches Unterfangen ist. Es lässt sich dadurch aber auch eine Menge gewinnen. Open Data schafft nicht zuletzt Transparenz. Und Transparenz ist eine Grundbedingung für Vertrauen. Wir glauben das, was wir sehen und vertrauen dem, das wir verstehen. Für eine demokratische Regierung wie in der Schweiz ist Transparenz und Vertrauen also unabdingbar, wie Anja Wyden Guelpa, Staatskanzlerin in Genf in ihrer Keynote über eVoting in Genf anmerkte.

Handfeste Vorteile von Open Data

Open Data hat aber auch konkretere Vorteile, wie beispielsweise Effizienzsteigerung. Marco Sieber von Open Data Zürich zeige in seinem Talk, wie Open Government Data (OGD, offene staatliche Daten) zu einem besseren, schnelleren, abwechslungsreicheren und wiederverwendbaren Angebot von Services führen kann. Es braucht kaum zusätzliche Kosten, führt aber zu interessanten, beeindruckenden und brauchbaren Resultaten. Denis Gursky, Gründer von Socialboost, zeigte in seinem zuvor aufgezeichneten Beitrag ebenfalls, dass Open Government Data Menschen befähigt und ihnen ermöglicht, sinnvolle Services für die gesamte Gesellschaft zu schaffen.

Open Data als Katalysator

Letzten Endes bedeutet Open Data, Möglichkeiten zu schaffen, in dem Menschen bemächtigt werden. Open Data macht dann Sinn, wenn wir dadurch ein komplexes Problem besser verstehen können. Wenn sich Möglichkeiten öffnen. Wenn Open Data als Katalysator wirken kann, um Probleme zu lösen.